+++  Landesligamannschaft kämpft bis zum Schluss um den Klassenerhalt  +++

SCW – HTBU 1:3 (12:25, 23:25, 25:16, 21:25)

SCW – Ariana 3:1 (25:22, 25:15, 24:26, 25:23)

Nach dem Erfolg in der Vorwoche wähnte sich die Landesligavertretung des SC Wentorf bis Mittwoch Nachmittag als sicherer Nichtabsteiger – bis der Volleyballverband Hamburg diesen Sieg am grünen Tisch in eine 0:3 Niederlage änderte. Formfehler in der Mannschaftsliste und somit berechtigte Strafe. Unglücklich! Die Ausgangslage für den Heimspieltag gegen HTBU und Ariana änderte sich somit schlagartig von „sicherer Klassenerhalt“ in „akute Abstiegsgefahr“.  Die Tabelle gestaltete sich folgendermaßen:

6. SCW     15 Punkte (2 Spiele verbleibend)
7. HTV      14 Punkte (1 Spiel verbleibend)
8. HTBU  13 Punkte (1 Spiel verbleibend)

Gewinnt der HTV sein Auswärtsspiel beim OSV, verbleibt er sicher in der Landesliga. Wentorf braucht mindestens einen Sieg aus den zwei Spielen, um nicht von anderen Ergebnissen abhängig zu sein. Für HTBU ist es etwas komplizierter: Man muss das direkte Duell gegen Wentorf gewinnen und dann hoffen, dass nicht beide Konkurrenten ihr jeweils letztes Spiel gewinnen.

Sich dieser Ausgangslage bewusst und mit dem Rücken zur Wand legten die Sportskameraden von HTBU im ersten Spiel des Tages sofort gut los. Die Wentorfer hielten vernünftig dagegen und bis zum 12:13 war es ein offener Schlagabtausch. Dann wurden den Wentorfern auf Grund eines Fehlers im Aufstellungszettel alle bisher erzielten Punkte aberkannt. 0:13! Die Konzentration war weg, der Glaube an die eigenen Stärken somit auch und an einen möglich Satzgewinn war nicht mal ansatzweise zu denken. Zweiter Satz, gleiches Bild – es lief Nichts zusammen. In der Feldabwehr wurde nicht gesprochen, das Zuspiel landete regelmäßig an der 3m-Linie und die Angriffe wurden blind ins Aus oder in den gegnerischen Block geschlagen. Jeder Einzelne schien mehr mit sich selbst beschäftigt zu sein. So durcheinander hatten die Zuschauer ihre Jungs wohl noch nie in der eigenen Halle gesehen. Nach Sätzen 0:2 hinten und das im wichtigsten Spiel der Saison. Auf einmal standen die Wentorfer mit dem Rücken zur Wand. Hitzige Diskussionen und einige Meinungsverschiedenheiten in der Satzpause! Und auf einmal lief es wieder. Deutlicher Satzgewinn und ein Fünkchen Hoffnung, die in Satz 4 aber sofort im Keim erstickt wurde. Die Aufregung zu Spielbeginn hatte zu viel Kraft gekostet, die Punkte waren weg und HTBU in der Tabelle vorbeigezogen.

Aus Oststeinbek keine Meldung, man musste gegen Ariana gewinnen. Keine zweite Chance und keine Zeit für Unkonzentriertheiten. Coach Wierich holte eine Motivationsrede aus den unergründlichen Tiefen seiner Zweitliga-Erfahrungskiste und seine Spieler wuchsen gegen den Verbandsligaabsteiger über sich hinaus.

Von Beginn an fokussiert zog man Ariana eindrucksvoll den Zahn. Der eigene Block war teilweise unbezwingbar, die Feldabwehr sammelte den Rest ein und im Angriff nutzte man die sich bietenden Lücken sehenswert. Ariana schenkte den Wentorfern dabei nichts, wurde im Verlauf des Spiels jedoch immer ungeduldiger und nachlässig. Im Gegenzug spielte sich die gesamte Wentorfer Mannschaft in einen regelrechten Rausch, der durch die Anfeuerungen und Gesänge der Fans eine beeindruckende Dynamik entwickelte. Mit erfolgreicher Verwandlung des Matchballs fiel dann alle Anspannung vom Team ab – Klassenerhalt aus eigener Kraft geschafft! Das zeitgleich HTV verloren hatte und somit den Gang in die Bezirksliga antreten muss, zauberte dann auch dem Schiedsgericht vom HTBU ein Lächeln ins Gesicht.

„Was hier heute passiert ist, lässt sich schwer in Worte fassen. Im ersten Spiel lief Nichts zusammen und jeder hat mit einer klaren Niederlage im zweiten gerechnet. Das sich die Jungs aus diesem Schlamassel so rausziehen – damit hatte ich nicht gerechnet. Großes Lob auch an die Fans, die dabei unglaublich unterstützt haben.“ sortierte Coach Wierich nach Ende dieser aufreibenden Saison noch etwas seine Gedanken . „Die Mannschaft hat im zweiten Spiel ihr wahres Gesicht gezeigt und es steckt noch so viel mehr Potential in dieser Truppe. Das gilt es in Zukunft konstant abzurufen und daran werden wir in der Saisonpause konzentriert arbeiten.“ schloss er zusammenfassend und mit motiviertem Blick auf die nächste Saison.

Genug gerechnet, analysiert und gespielt. Das Ziel „Nichtabstieg“ wurde erfolgreich erarbeitet und man beendet die Saison auf dem soliden 5. Tabellenplatz. Mit etwas mehr Erfahrung und Abgezockheit wäre bis Platz 3 wohl alles drin gewesen. Aber man muss sich ja noch steigern können.

Es spielten: T. Albrecht, A. Brüggmann, T. Gerstmann, J. Harmuth, A. Hartlieb, J. Hauke, F. Köhler, A. Krause, M. Mann, A. Rahimifard, B. Rogowski, O. Scheffel, H. Schlink, C. Voigt

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